Montag, 27. Mai 2013

(Rezension) "Zwischen Ewig und Jetzt" von Marie Lucas

 
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Als die sechzehnjährige Julia gemeinsam mit ihrer Mutter in einer andere Stadt zieht, hat sie vom ersten Tag an nur ein Ziel: Sie möchte ihr altes Leben komplett hinter sich lassen und noch einmal ganz von vorne beginnen. Aus diesem Grund verleugnet sie ihre wahre Identität und gibt sich an der neuen Schule lieber als wohlhabende, unbeschwerte Neue aus. Außerdem macht sie sich ganz bewusst auf die Suche nach oberflächlichen Freunden, die möglichst wenig Fragen stellen. Da kommt ihr der gutaussehende, beliebte Felix gerade recht…Und ehe sie sich versieht findet sie sich auch schon an seiner Seite wieder. Doch dann trifft Julia auf den geheimnisvollen Nikolaos, genannt Niki, in den sie sich auf den ersten Blick verliebt. Allerdings scheint mit ihm etwas nicht zu stimmen, denn alle bezeichnen ihn als Spinner und halten sich von ihm fern. Um nicht auch als Außenseiter zu enden, wendet sich Julia ebenfalls von ihm ab und versucht ihre Gefühle zu verdrängen – was ihr nur mäßig gelingt. Sie kann einfach nicht aufhören an ihn zu denken. Eines Tages spricht Niki Julia an, da er angeblich eine Nachricht für sie…von ihrem Großvater. Aber Julias Großvater ist tot …


Der Schreibstil von Marie Lucas hat mir eigentlich recht gut gefallen. Er war sehr angenehm und flüssig zu lesen, sodass die Seiten schnell an mir vorbeigeflogen sind. Das einzige, was meinen Lesefluss ein wenig erschwert hat, waren die Stellen, in denen Niki mit den Toten spricht. Sie waren doch ein wenig abgehackt, da der Leser nur einzelne Gesprächsfetzen mitbekommt und z.B. das Gesprochene der Geister völlig unbekannt bleibt- nur Niki hört sie. Dem zu folgen, fand ich anfangs schon ein wenig anstrengend, vor allem da man nicht weiß, worum es eigentlich genau geht. Doch neben diesen kleine Stolpersteine habe ich an Frau Lucas Stil nichts auszusetzen



Als ich "Zwischen Ewig und Jetzt" zum ersten Mal gesehen habe, habe ich mich gleich in dieses wunderschöne Cover verliebt. Das Motiv darauf ist nicht richtig schön und geheimnisvoll, sondern auch farblich total toll abgestimmt. Vielleicht habe ich mich dadurch ein bisschen beeinflussen lassen und dementsprechend eine genauso tolle Geschichte erwartet, sodass ich am Ende ein wenig enttäuscht war. Das soll nicht heißen, dass mir „Zwischen Ewig und Jetzt“ nicht gefallen hätte. Nein, mir hat nur die eine oder andere Kleinigkeit gefehlt.

Die Handlung beginnt genau in dem Moment als Julia ihren ersten Tag an der neuen Schule hat und dabei zum ersten Mal Niki über den Weg läuft. Ihre Gefühle spielen verrückt und sie schwebt sofort auf Wolke sieben. Doch kurz darauf wird sie jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht, als ihr unter vorgehaltener Hand klar gemacht wird, dass sie sich von Niki lieber fernzuhalten hat, wenn sie nicht als Außenseiter enden möchte. Gesagt, getan. Diese Reaktion hat mich schon ein wenig verärgert, allerdings wird einem so schnell bewusst, dass auch Julia etwas zu verheimlichen hat. Welches Geheimnis genau, wird jedoch erst nach und nach preis gegeben, da es mit ihrer Vergangenheit eng zusammen hängt.

Wie der Klappentext schon vermuten lässt, beinhaltet die Geschichte eine Dreiecksgeschichte zwischen Julia, Felix und Niki, die leider für mich einen zu großen Teil der Handlung einnimmt. Das hat mir nicht wirklich gut gefallen, da ich überhaupt kein Fan von Dreiecksgeschichten bin.

Julia konnte mich als Hauptprotagonistin auch nicht so ganz von sich überzeugen. Obwohl das Buch aus ihrer Sicht geschrieben wurde, konnte ich ihre Entscheidungen meistens nicht wirklich verstehen. Trotzdem war sie mir nicht gänzlich unsympathisch. Sie ist ein nettes Mädchen, das es in ihrer Vergangenheit nicht leicht gehabt hat, weshalb habe ich auch ein Auge zugedrückt habe. Im Laufe hielt sich mein Mitgefühl jedoch wieder in Grenzen, denn ab einem bestimmten Punkt begann Julia mich echt zu nerven und ich konnte es nicht mehr mit ansehen, wie sie die beiden Jungs ausnutzt. Klar sie sind beide auf ihre Art toll, aber sie kann nun mal nur einen haben. Doch sie kann sich schlichtweg nicht entscheiden und geht den für sie bequemsten Weg. Julia und Felix, Julia und Niki – es ist ein ständiges hin und her ist.
Niki fand ich wirklich super, was auch ein wenig der Beschreibung seines Aussehens zu verdanken ist ;) (Ich kann verstehen warum sich Julia in ihn verliebt hat), hauptsächlich aber an seinem Charakter und Verhalten lag. Am faszinierendsten ist jedoch seine Fähigkeit mit Toten sprechen zu können. Leider hat Marie Lucas dazu nur spärlich Informationen eigenstreut. Ich hätte liebend gern  erfahren, warum Niki eigentlich diese Fähigkeit besitzt.

Felix fand ich auch ganz okay. Zu Beginn kam er mir ziemlich oberflächlich und ein wenig arrogant vor, aber diese Meinung habe ich schnell verworfen. Im Grunde ist er ein total netter Kerl, der das Herz auf dem rechten Fleck trägt und für Julia  alles für sie tun würde…Leider gibt es in so einer Dreiecksgeschichten immer einen, der den kürzeren zieht…

Wie oben bereits angedeutet, gibt es viele kleine Handlungsstränge, die sich parallel abspielen und Schluss zusammengeführt werden. Das Geheimnis wird schließlich enthüllt, aber ganz zufrieden bin ich nicht. Für mich gibt es noch einige offene Fragen, gerade was die Fähigkeit von Niki angeht. Auch hat die Spannung zwischenzeitlich ein wenig gelitten. Aus der Idee „Ein Junge, der mit Toten kommunizieren kann“ hätte noch viel mehr herausgeholt werden können.


Marie Lucas‘ „Zwischen Ewig und Jetzt“ ist ein schönes Buch für zwischendurch. Die Autorin konnte mich mit ihrer Grundidee überzeugen, sodass ich gerne über den einen oder anderen Schwachpunkt hinwegsehe. Wer bahnbrechenden Actionszenen und atemberaubender Spannung erwartet, wird allerdings nicht auf seine Kosten kommen, steht doch die Dreiecks-Liebegeschichte unterhalb denn Protagonisten an erster Stelle. Wer jedoch ohne zu hohe Erwartungen an die Geschichte herangeht wird auf jeden Fall auf seine Kosten kommen :)






Marie Lucas liebt Geheimnisse, Schlittschuhlaufen und ihren Hund. Sie lebt in Berlin und Hannover, schreibt ihre Bücher aber am liebsten in einer kleinen Hütte irgendwo in den Bergen. [Quelle:Verlagshomepage Fischer Verlage]

Kommentare:

  1. Tolle Rezi, hast einen neuen Leser :D

    Jessi und René
    http://jessireneleseratten.blogspot.de/

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- Sarina