Samstag, 6. April 2013

(Rezension) "Wispernde Schatten" von Daniel Blythe

 
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Seit Miranda vor drei Wochen von London nach Firecroft Bay gezogen ist, hat sie immer denselben Traum, in dem immer die gleiche Erscheinung auftaucht. Ein schwarzer Schatten, der ihr nichts als schlaflose Nächte bringt. Und selbst am Tag fühlt sie sich von ihm verfolgt. Irgendetwas geht hier vor – irgendetwas Düsters, Unheilvolles, wofür es keine logische Erklärung gibt.
Als Miranda an ihrem ersten Schultag im Bus sitzt, beginnt dieser plötzlich vom einen auf den nächsten Moment von innen zu gefrieren. Allerdings scheint sich niemand weiter ernsthaft Gedanken über diesen Vorfall zu machen - außer vier Schüler, die Miranda von da an mehr als nur aufmerksam beobachten. Schließlich hat diese genug davon, sodass sie der Gruppe nachspioniert. Und ehe sie sich versieht, findet sie sich in einer Art Hauptquartier wieder, wo sie bereits erwartet wird. Cal, Olli, Josh, Lyssa und ihre Lehrerin Miss Bellini klären Miranda auf und erzählen ihr, was in Firecroft Bay wirklich vor sich geht: Genau hier bündeln sich übernatürliche Kräfte, die so stark sind, dass sie unerklärbare Phänomene hervorrufen. Und diesen Phänomenen gehen die fünf auf den Grund. Zuerst kann Miranda nicht glauben, was sie da alles gehört hat, bis etwas passiert, dass ihren Zweifel schwinden lässt…


Daniel Blythes Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass einem der Einstieg in die Geschichte wirklich leicht fällt. Allerdings habe ich schnell merken müssen, dass „Wispernde Schatte“ vor allem auf die jüngeren Leser ausgerichtet ansprechen möchte: Es gibt relativ kurze Sätze und viel wörtliche Rede. Das hat mich jedoch nicht vom Lesen abgeschreckt. Im Gegenteil! Nach einem kurzen „Warmwerden“ konnte mich der Autor mit seiner Idee begeistern und mich in Mirandas Welt eintauchen lassen.



Bereits auf den ersten Seiten wurde mein Interesse durch die geheimnisvolle und düstere Atmosphäre des Romans geweckt, sodass ich mich sehr gerne von der Handlung einnehmen ließ. Die Geschichte wurde durch die Mirandas seltsame Traumgestalten und besonders durch den Vorfall im Bus relativ schnell spannend. Natürlich wollte ich sofort wissen, was in Firecroft Bay so vor sich geht, sodass ich mich mit Miranda auf die Suche nach den Antworten machte.

Miranda war mir eigentlich direkt sympathisch, denn mal abgesehen von ihren doch eher ungewöhnlichen Träumen, ist sie ein ganz normales Mädchen. Da die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wird, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen und ihren Gedanken und Gefühle nachempfinden. Der Tod ihres Vaters scheint ihr sehr zugesetzt zu haben und über den Umzug nach Firecroft Bay ist sie ganz offensichtlich auch noch nicht hinweg. Von ihrer Art, wie sie sich den anderen gegenüber gegeben hat, gefiel sie mir anfangs nicht ganz so gut. Auf der einen Seite kam sie sehr selbstbewusst, vielleicht auch ein wenig ruppig herüber, und hat kaum jemanden an sich heran gelassen. Klar, hätte ich Josh und den anderen ihre „Geschichten“ über Geister, übernatürliche Kräfte und Wesen usw. auch nicht abgenommen, aber der Ton macht bekanntlich die Musik. Im Laufe der Handlung bröckelte dann endlich ihre Fassade und dahinter kam eine viel nettere, sensiblere Seite zum Vorschein.

Auch die anderen Charaktere waren für mich nicht weniger interessant, da jeder von ihnen ganz unterschiedliche Eigenschaften mit sich brachte. Insbesondere die kleine Lyssa, die mit ihren 9 Jahren bereits ein kleines Genie ist, habe ich schnell in mein Herz geschlossen. Cal, die sich selbst gerne als die "Anführerin" der Gruppe aufspielt, war mir nicht sonderlich sympathisch und Josh, tja der war mir nicht so ganz geheuer.

Nach einigem Hin und Her wird auch Miranda Teil der Gruppe und findet mit ihnen schließlich nach und nach heraus, was es mit dem unheimlichen Schatten auf sich hat. Dabei kommt die anfängliche Spannung keineswegs zu kurz! Blythe trumpft immer wieder mit überraschenden Wendungen auf, führt seine Leser ganz bewusst auf falsche Fährten und lässt einen gruseligen Moment nach dem anderen erleben.

Im letzten hinteren Drittel ging dann alles irgendwie Schlag auf Schlag, wodurch die Geschehnisse ein wenig unübersichtlich wurden. Ganz zum Schluss legt sich das wieder ein wenig und es kommt zum alles entscheidenden, actionreichen Showdown, der die Handlung an sich abschließt. Aber wie gesagt ging mir auf den letzten Seiten vieles zu schnell. Mir kam es so vor, als ob sich Herr Blythe nicht einig war, wie viel er noch preisgeben soll. So blieben bei mir einige Fragen offen, was ich wirklich schade finde!

Und ich habe noch einen weiteren kleinen Kritikpunkt: Wenn ich ehrlich bin, kamen mir die Kids alle zu erwachsen für ihr Alter vor.  Außerdem hätte ich gerne noch ein bisschen mehr Infos zu den einzelnen Personen gehabt. Für meinen Geschmack blieben sie zu blass und oberflächlich.


Daniel Blythe hat mit „Wispernde Schatten“ ein fesselndes Jugendbuch geschaffen, das mit seiner düsteren Atmosphäre und gruseligen Beschreibungen stellenweise immer mal wieder für Gänsehaut sorgt. Sicherlich hat er kein unbekanntes Thema aufgegriffen, aber die Umsetzung, mal abgesehen von der einen oder anderen Schwachstelle, durchaus gelungen. Wer also auf der Suche nach einem kurzweiligen Lesespaß mit allerlei Mysterieelementen ist, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen! 
 







Daniel Blythe wurde 1969 in Maidstone, England, geboren. Er war Dozent für Moderne Sprachen in Oxford und veröffentlichte bereits Romane, Sachbücher und Bücher, die auf TV-Serien basieren, z.B. 'Doctor Who' und 'Losing Faith'. Heute unterrichtet er Kreatives Schreiben an der Sheffield Hallam Universität und lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Nordengland. 'Wispernde Schatten' ist sein erstes Buch bei Chicken House. [Quelle: Verlagshompage Carlsen/Chicken House]

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