Sonntag, 7. April 2013

(Rezension) "Und morgen am Meer" von Corina Bomann

 
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Eigentlich sollte es für Claudius und seinen Freunden nur ein kurzer Ausflug nach Ostberlin werden, um sich das Leben in der DDR einfach mal von Nahem anzusehen. Doch dann läuft ihm dieses Mädchen mit den karamellfarbenen Haaren über den Weg. Claudius ist sofort hin und weg von Milena und möchte sie unbedingt näher kennenlernen. Allerdings erscheint ein Wiedersehen kaum möglich, denn Milena wohnt im Osten und Claudius kommt aus dem Westen – dazwischen die Mauer, die unüberwindbar scheint. Aber so schnell gibt Claudius nicht auf… Milena staunt nicht schlecht, als sie ihre verlorene Kassette wieder in den Händen hält, gefunden von einem Jungen, der ganz offensichtlich nicht aus der DDR stammt. Im Gegenteil! Claudius sieht stark nach Westen aus, was Milena eine Menge Ärger mit der Stasi einbringen könnte. Das ist ihr jedoch egal, da sie unbedingt weiter Zeit mit Claudius verbringen möchte. Doch den Frischverliebten wird es nicht leicht gemacht. Und so planen die beiden gemeinsam über die Grenze zu flüchten, um Milenas sehnlichsten Wunsch wahr werden zu lassen: Einmal das Meer sehen. 


Der Schreibstil von Corina Bomann ist sehr locker und lässt sich wunderbar lesen, sodass die Seiten nur so dahin geflogen sind :) Sie erzählt sehr einfühlsam und findet in jeder Situation stets die richtigen Worte. Und diese Worte sind so schön sind und versehen die Geschichte mit einer ganz besonderen Atmosphäre, die mich schlichtweg verzaubert hat. Hin und wieder baut sie auch die damalige Umgangssprache in die Dialoge ein und schafft es so ihre Leser in das Jahr 1989 zurückzuversetzen. Was "Und morgen am Meer" allerdings ausmacht sind die Charaktere, da sie einfach nur liebevoll gestaltet sind. Man taucht sofort in ihre Gedanken ein und fühlt mit ihnen mit.  


Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr mir dieses Buch gefallen hat^^ Corina Boman erzählt wirklich eine wunderbare und berührende Geschichte, die mich auch lange nach dem Lesen nicht loslassen konnte.

Zu allererst ist mir natürlich die tolle Aufmachung des Buchs aufgefallen. Das Cover ist einfach wunderschön gestaltet und wie sich später herausstellt, nicht nur zufällig gewählt worden. Schon allein diese Kleinigkeit macht diese Geschichte zu etwas besonderem, da es zeigt wie viel Mühe und Gedanken sich im Vorfeld gemacht wurden.

Von der ersten Seite an, nahm mich „Und morgen am Meer“ auf eine Reise zurück in das Jahr 1989. Berlin ist eine geteilte Stadt. Die Mauer trennt den Westen und Osten voneinander. Genau hier lässt die Autorin zwei junge Menschen aufeinander treffen, die aus scheinbar vollkommen anderen Welten stammen, sich dennoch sofort voneinander angezogen fühlen. Allerdings erhält man im Prolog bereits einen kleinen Vorausblick, der zeigt, dass diese Liebe unter keinem guten Stern steht und im Laufe der Geschichte wahrscheinlich viele Hindernisse auf die frisch Verliebten warten werden.

Doch zunächst einmal lernt man Milena und Claudius kennen und bekommt einen lebhaften Einblick in das damalige so unterschiedliche Leben im Osten und Westen Berlins. Für mich als Kind der 90er, das von der DDR nur durch Erzählungen weiß, waren diese Eindrücke sehr interessant zu lesen. Die ganzen Details und Fakten, die der Leser vor allem durch die Protagonistin Milena erfährt, sind wirklich sehr schockierend. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieser Teil der Deutschen Geschichte noch gar nicht so lange zurückliegt. Am meisten überrascht hat mich allerdings, dass Claudius als Westberliner von all dem fast gar nichts wusste. Ich meine, wie kann das sein?

Und gerade aus diesem Grund, hätte sich Frau Bomann keinen besseren Schauplatz für ihre Liebesgeschichte aussuchen können. Es war einfach wunderschön zu lesen, wie sich die Claudius und Milena trotz der scheinbaren Unmöglichkeit ineinander verlieben und immer wieder Wege finden Zeit miteinander zu verbringen. Liebe kennt nun mal keine Grenzen. Und das begreifen auch Claudius und Milena im Laufe der Geschichte, sodass ihre anfängliche Verzweiflung langsam in einen unbezwingbarer Wille nach Freiheit umschwingt. Ab diesem Punkt entwickelt sich das zuvor eher ruhige Buch zu einem atemberaubenden Road-Movie. Ich war richtig gefesselt, habe mitgefiebert und mitgezittert, dass die beiden nicht erwischt werden. Das Ende ist sehr schön abgerundet und hält die ein der andere Überraschung parat.

Die Musik der damaligen Zeit spielt auch noch eine sehr große Rolle in diesem Buch. Die Kapitel sind nach bekannten Songtiteln benannt, welche einen direkten Bezug zur Geschichte haben. Milena versucht in ihrer Wohnung immer wieder Westradio zu empfangen, um die Lieder dann auf Kassette aufzunehmen. Und genau eine dieser Kassetten führt sie schließlich zu Claudius. Die Musik verbindet die beiden, was zeigt, dass es ganz egal ist woher man kommt.

Ach ja, was ich noch erwähnen möchte: Frau Bomann hat sich für "Und morgen Meer" von einer wahren Geschichte inspirieren lassen, die der von Claudius und Milena wohl sehr nahe kommt, aber leider nicht mit einem Happy End enden durfte. Dieses Detail hat für mich im Endeffekt alles noch einmal viel authentischer und emotionaler werden lassen. Allein, wenn ich nur daran denke, bekomme ich Gänsehaut! 


„Und morgen am Meer“ ist eine wunderschöne und zugleich berührende Geschichte über eine junge Liebe, die selbst Hindernisse wie eine Mauer überwinden kann. Einfach nur empfehlenswert!   
 







Corina Bomann, Autorin, geboren im Jahr 1974 entdeckte sie schon früh das Schreiben für sich. Seit 2002 ist sie als freie Autorin tätig und schreibt Bücher für Erwachsene und Jugendliche. Derzeit lebt sie in Mecklenburg. 
 

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- Sarina