Sonntag, 21. April 2013

(Rezension) "Und keiner wird dich kennen" von Katja Brandis

 
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Die sechzehnjährige Maja hat eigentlich alles, was sich ein Mädchen in ihrem Alter nur wünschen kann: Gute Freunde, ein schönes Zuhause und natürlich den besten Freund auf der ganzen Welt. Alles scheint perfekt…Bis zu dem Tag, als ein Brief diesen Frieden ein jähes Ende bereitet. Robert Bartsch, der Exfreund ihrer Mutter Lila, der sie erst gestalkt und danach erbarmungslos terrorisiert hat, soll aus dem Gefängnis entlassen werden. Sofort sind die schrecklichen Erlebnisse von damals wieder präsent und auch die lähmende Angst beherrscht fortan wieder ihr Leben. Schließlich bleibt der Familie nichts anderes übrig, als unterzutauchen und das zurückzulassen, was sie sich in den letzten drei Jahren aufgebaut haben. Mit einer neuen Identität müssen sie an einem anderen Ort völlig neu anfangen. Und als wäre das nicht schlimm genug, ist jeglicher Kontakt zum alten Leben verboten. Für Maja, die nun Alissa heißt, eine schreckliche Vorstellung, der sie sich wohl oder übel fügen muss. Doch dann begeht sie einen großen Fehler, der schlimme Folgen mit sich bringt.


Katja Brandis Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Sie beschreibt sehr bildlich und schafft es so ihre Leser sogleich mitten ins Gesehen eintauchen zu lassen. Besonders gut gefallen hat mir jedoch wie feinfühlig sie auf die Ängste, Sorgen und Gedanken von Maja und ihrer Familie eingegangen ist - authentisch und jederzeit nachvollziehbar.



Der Einstieg in „Und keiner wird dich kennen“ ist mir wirklich leicht gefallen, da die Geschichte mitten im Geschehen beginnt und sogleich Spannung aufgebaut wird.

Maja kommt von der Schule nach Hause und findet ihre Mutter Lila im Wohnzimmer vor. Eigentlich nichts ungewöhnliches, doch sie merkt schnell das etwas anders ist als sonst. Und so ist es auch: Ein Brief von der Polizei war in der Post, in dem ihnen mitgeteilt wird, dass Robert Barsch in ein paar Tagen aus der Haft entlassen wird.  Robert Bartsch…habe sofort die Angst gespürt, die allein schon der Name bei den beiden auslöst. Aber warum?

Auf diese Antwort musste ich nicht lange warten, denn bei Maja wurden gleich wieder alle Erinnerungen an die schreckliche Zeit von damals wach. Tja und wenn man sieht, was sie bereits alles wegen ihm durchmachen mussten, ist ihre Reaktion absolut nachvollziehbar.

An dieser Stelle ein riesen Kompliment an Katja Brandis! Ich finde sie hat das Thema wirklich toll umgesetzt, sodass ich als Außenstehende einen wirklich erschreckenden, aber sehr realistischen Eindruck davon bekommen habe, wie viel die Opfer von Stalking durchmachen müssen. Doch es ist der Autorin nicht nur gelungen mich zu fesseln…Nein, sie konnte mich auch zum Nachdenken anregen. Wie würde ich mich fühlen, wenn ich in der Lage von Maja, ihrer Mutter und ihrem Bruder stecken würde? Wie wäre es jeden Tag mit einer unbändigen Angst aufzuwachen?

Maja war mir von Anfang an ziemlich sympathisch. Man kann sich trotz der Perspektive ganz gut in sie hineinversetzen und ihre Ängste, Sorgen, Gefühle nachvollziehen - auch wenn ich noch nie in einer vergleichbaren Situation gesteckt bin. Sie ist eigentlich ein ganz normaler Teenanger, der genau wie alle anderen einfach ein normales Leben führen möchte. Sie möchte sich mit ihren Freunden treffen, Zeit mit ihrem Freund Lorenzo verbringen, ins Kino gehen...Doch das geht nicht! Robert Bartsch steht ihr im Weg.  Dazukommt, dass unbewusst Druck auf sie ausgeübt wird. Jedes kleine Detail wie z.B. ein Foto von ihr auf facebook könnte sie verraten.

Auch die Nebencharaktere, vor allem Majas Mutter, sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Lila ist so eine starke Frau. Sie tut alles um ihre Kinder zu beschützen und ihnen, soweit es ihr möglich ist, ein normales Leben zu bieten -und das, obwohl sie selbst seit Jahren in Angst lebt. Doch sie lässt sich ihre eigenen Ängste und Sorgen nicht anmerken, was ich sehr beeindruckend fand.

Ach ja und zum Schluss hätte wir noch Robert Bartsch. Ich weiß nicht was ich groß zu ihm sagen soll, außer ich sein krankes Handeln und einfach nur beängstigend und hat mir desöfteren eine Gänsehaut beschert. Gleichzeitig fand ich es auch in gewisser Weise interessant immer wieder Abschnitte aus seiner Perspektive zu lesen. Man liest und hört ja von Zeit und Zeit einiges über Stalker und ihre Motive, aber sich in sie hineinzuversetzen ist mir bisher nicht gelungen. Gleichzeitig haben mir diese Kapitel auch etwas zu schaffen gemacht.

Mit jeder Seite nahm die Geschichte an Spannung zu, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Ich musste einfach wissen, wie es mit den drei weitergeht und was als nächstes passiert. Welchen Plan setzte Robert als nächsten um, und vor allem wie? Wird er von der Polizei wieder gefasst?

Zum Ende hin kommt es schließlich zum alles entscheidenden Showdown, der mich noch einmal völlig packen konnte und mir sogar kurz den Atem geraubt hat.
 



Katja Brandis hat mit „Und keiner wird dich kennen“ einen überaus spannenden Jugendthriller geschrieben, der insbesondere auf das Thema Stalking eingeht. Gleich von der ersten Seite an war ich regelrecht gefesselt und konnte das Buch bis zum Ende fast nicht mehr aus der Hand legen. Majas Geschichte ging mir unglaublich nah und ist mir noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis geblieben. Emotional, aufrüttelnd und super spannend! 


 


Katja Brandis, geb. 1970, ist seit vielen Jahren begeisterte Taucherin. In den Meeren dieser Welt hat sie unvergessliche Begegnungen mit Haien, Rochen und Delfinen erlebt. An Land arbeitet sie als freie Autorin und hat bereits zahlreiche Abenteuer- und Fantasyromane für Jugendliche veröffentlicht. Sie lebt mit Mann und Sohn in der Nähe von München. [Quelle: Verlagshomepage Beltz & Gelberg]

Kommentare:

  1. Hey Rina,
    Richtig gute Rezension hast du da geschrieben!
    Ich kannte das Buch davor nicht, aber jetzt ist es sofort auf meine Wunschliste gewandert!
    Weiter so :)
    LG
    SasWriter

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  2. Wirklich eine tolle Rezi! :) Ich habe das Buch schon gelesen und kann dir wirklich nur zustimmen!

    Liebe Grüße, Selina

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- Sarina