Freitag, 15. März 2013

(Rezension) "Dangerous Deal" von Andreas Schlüter

 
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Der siebzehnjährige Christoph ist eigentlich ein ganz normaler Teenager, bis zu dem Tag als sein Nachbar Sebastian König unerwartet bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt und dessen Laptop in seinen Besitz gelangt. Zunächst scheint nichts ungewöhnlich daran zu sein, doch dann entpuppen sich die scheinbar nutzlosen Dokumente, die sich nicht löschen ließen, als fataler Besitz. Plötzlich nimmt (angeblich!) der BND Kontakt zu ihm auf und bietet eine Menge Geld für die Daten – allerdings sind sie dabei nicht die einzigen. Und eh Christoph sich verguckt befindet er sich schon längst in tödlicher Gefahr…


Sagen wir’s mal so: Ich bin ein bisschen in dieses Buch hineingestolpert J Vor Dangerous Deal habe ich nämlich ein anderes gelesen bei dem die Sprache eher blumig und ausgeschmückt war. Allerdings konnte ich mich schnell umgewöhnen. Andreas Schlüters Schreibstil ist recht einfach und vor allem sehr jugendlich gehalten, was zu den Charakteren und der ganzen Handlung überaus passend ist. (Ein blumiger Schreibstil wäre hier definitiv fehl am Platz gewesen). Darüberhinaus erzählt er so, dass ich ihm wirklich jedes Wort abgenommen habe und keinen Zweifel daran hatte, dass seine geschilderten Situationen auch in Wirklichkeit passieren könnten. Jedoch hätte er z.B. die genannten Orte an denen sich Christoph und seine Freunde aufgehalten habe besser beschreiben können. Jemand, der wie ich noch nie in Hamburg war, kann mit Straßennamen leider nur wenig anfangen. 



Als ich den Klappentext gelesen habe, wollte ich das Buch sofort besitzen, weil sich die Handlung richtig spannend angehört hat. Außerdem hat man in den Medien ja schon öfters von Skandalen rund um Steuersünder-CDs gehört. Jedes Mal habe ich mich aufs Neue gefragt, woher diese Daten eigentlich herkommen. Ich meine, wer verkauft sie und wie ist derjenige überhaupt an die Informationen rangekommen? Klar weiß ich, dass es total gute Hacker gibt, aber so leicht dürfte es doch nicht sein an so brandheißes Material zu kommen…Tja und was machen die, die befürchten müssen, dass sie vielleicht mit unter den Steuersünder sind. Fragen über Fragen…

Wie gesagt hat mich das alles total interessiert, weshalb ich mit relativ hohen Erwartungen an die Geschichte gegangen bin, die allerdings nur mäßig erfüllt wurden.

Die Spannung baut sich durch den Tod von Sebastian König schon nach wenigen Seiten relativ schnell auf und bleibt über die gesamte Geschichte konstant. Es entstehen kaum Längen und spätestens ab der Mitte kann man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.
Trotzdem hat mir die Grundstimmung, die mich beim Lesen begleitet, nicht gefallen. Irgendwie fühlte ich mich immer ein wenig auf Distanz gehalten. Der Autor schafft es zwar den Leser in das Geschehen rund um Christoph und seine Freunde hineinzuziehen, sodass einem fast nichts anderes übrig bleibt als von der ersten Seite an mitzurätseln und mitzufiebern, aber es hat das gewisse Etwas gefehlt.

Die Hauptperson Christoph und die anderen Charaktere bleiben im Bezug auf den Charakter das ganze Buch über relativ blass, weshalb ich jetzt am Ende nicht wirklich viel über sie erzählen könnte. (In jedem anderen Fall hätte mich das übelst gestört, doch hier fand ich es eigentlich nicht so schlimm, da für mich eher die geheimnisvollen Daten und Morde im Vordergrund standen.)
Sehr gut herausgearbeitet und nachvollziehbar waren dafür die Ängste und Sorgen von Christoph. Wer wäre in seiner Lage nicht überfordert?
Das einzige zu bemängeln: Christoph wurde von anderen Charakteren wie Laura ganz schön den Schatten gestellt. Laura war die ganze Geschichte über quasi die Ideengeberin, ohne die alle definitiv aufgeschmissen gewesen wären. Sie hat auch in jeder noch so verzwickten Lage einen kühlen Kopf bewahrt. Dennoch waren mir die Charaktere ein wenig zu naiv. Sie haben die ganze Sache ziemlich unterschätzt und die Konsequenzen ihrer Pläne nicht gründlich genug bedacht. Aber immerhin sind sie noch Teenager, die sich in einer Situation befinden, der sie eigentlich nicht gewachsen sind. Und wenn sie sofort den richtigen Weg gegangen wären, wäre es mit der Spannung dahin gewesen ;)

Zum Ende kann ich nur sagen, dass ich ziemlich enttäuscht war. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich es mir ganz anders ausgemalt. Allerdings finde ich es mittlerweile passend, da es mehr der Realität entspricht, wodurch sich „Dangerous Deal“ von anderen Büchern abhebt. Es versucht nicht den Leser glücklich zu machen, sondern glaubhaft zu bleiben. Nichtsdestotrotz kann es nicht darüber hinweg täuschen, dass es relativ nichtssagend ist. Das ein oder andere Rätsel/Geheimnis wurde zwar aufgelöst z.B. die Bedeutung der Daten und man hat auch eine Vermutung wer hinter dem Mord an König und die Verfolgung der vier Freunde stecken könnte, aber genaueres bleibt offen.


Alles in allem hat es Andreas Schlüter geschafft einen packenden und realistischen Jugendthriller zu schreiben, der viel Spannung, viele Wendungen und Überraschungen verspricht. Ich würde ihn in nächster Zeit zwar nicht noch einmal lesen, aber für ein kurzweiliges Lesevergnügen kann ich Dangerous Deal durchaus empfehlen.
 







Andreas Schlüter zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten Kinder- und Jugendbuchautoren in Deutschland. Als Drehbuchautor schreibt er TV-Krimis für Erwachsene und Kinder (u. a. „Tatort“ und „krimi.de“). Er lebt und arbeitet in Hamburg und Mallorca. [Quelle: Homepage Kosmos Verlag]






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- Sarina