Donnerstag, 28. März 2013

(Rezension) "80 days-Die Farbe der Lust" von Vinna Jackson

 
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Die junge, leidenschaftliche Geigerin Summer ist von ihrem jetzigen Freund und ihrer Beziehung total gelangweilt. Um wenigstens ein bisschen „Ablenkung" zu bekommen spielt die jungen Frau mit ihrer Geige im Londoner Underground, wo sie eines Tages von dem Uni Professor Dominik entdeckt wird. Dominik ist sofort von Summer fasziniert ist und würde sie sie gerne einmal kennenlernen. Durch Zufall erfährt Dominik, dass Summers Geige bei einer Kollision mit einer Horde betrunkener Fußballfans zu Bruch gegangen ist. Das könnte seine Chance sein! Ohne lang zu überlegen, nimmt Dominik Kontakt zu Summer auf und macht ihr ein ziemlich unmoralisches Angebot: Sie bekommt eine neue Geige von ihm, wenn sie für ihn, sozusagen als Gegenleistung NACKT spielt, während den anderen Musikern die Augen verbunden werden. Summer stimmt diesem Deal zu und entdeckt dabei Seiten an sich, die sie bisher nicht zu kennen schien....


Der Schreibstil ist um einiges besser, als der der mich im ersten Band von SoG begleitet hat. (Ich weiß noch wie ich mich damals über die plumpe Ausdrucksweise und die unzähligen Wiederholungen geärgert habe… Bevor einer etwas anmonieren kann: Ja, man findet auch hier hin und wieder Kraftausdrücke) An den passenden Stellen wird Spannung aufgebaut. Insgesamt ist der Roman sprachlich jedoch gelungen. Ich glaube man hat es ein wenig darauf angelegt. Das Niveau des Buches ist für eine Erotiklektüre recht hoch angesetzt, wodurch teilweise die Handlung in den Hintergrund gerückt ist und langatmig erschienen ließ.  



"Wenn Sie SHADES OF GREY mochten, werden Sie 80 DAYS lieben." - mit diesem Spruch wird für dieses Büchlein geworben. Für mich allerdings trifft das nicht ganz zu. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht so ganz, was ich von 80 days halten soll. Anfangs war ich ziemlich skeptisch, da es für alle nur eine billige Nachmache von SoG war. Vielleicht kommt die Idee auch wirklich daher, aber die beiden Bücher sind meiner Meinung nach nicht miteinander zu vergleichen. Natürlich zeigt sich die ein oder andere Parallele auf, die Umsetzung jedoch ist vollkommen anders.

Die Grundgeschichte finde ich eigentlich nicht schlecht. Ich war von Anfang an mitten im Geschehen und hatte keine Probleme mit dem Schreibstil warm zu werden. In den ersten Kapiteln bekommt man gewissermaßen eine kleine Einführung, indem man Summer und Dominik erst einmal kennenlernt und sieht wie das Leben der beiden abläuft. Vielleicht wurde das ein bisschen in zu großem Ausmaß vertieft, weniger Details hätten auch genügt, denn richtig interessant wurde das Buch für mich erst zur Mitte hin.

Auf den ersten Blick mögen Summer und Dominik sehr unterschiedlich wirken. Ich meine er ist Literaturprofessor an einer Universität und geht einem geregelten Tagesablauf nach, wohin gegen Summer sich mit Gelegenheitsjobs und Straßenmusik über Wasser hält. Doch wagt man einen zweiten Blick und schaut etwas genauer hin, sieht man wie sehr sich ihre Bedürfnisse ähneln. Es treffen zwei Menschen aufeinander, die sehr unzufrieden mit ihrer derzeitigen Lebenssituation sind.

Summer mochte ich gleich unglaublich gerne. Im Gegensatz zu Ana (ein kleiner Vergleich zu SoG muss sein^^) ist sie eine selbstbewusste Frau, die genau weiß was sie will. Ihre große Leidenschaft, die Musik, wurde von den Autoren wirklich super herübergebracht. Man spürt förmlich wie sie darin aufgeht. Jetzt kommt aber das große ABER: Wie gesagt, mag ich sie wirklich gerne, aber ihre Entwicklung im Laufe der Geschichte konnte ich nicht gut heißen und ich stehe auch nicht hinter ihrem Verhalten. Alles worauf sie sich im Laufe einlässt, würde ich niemals tun. Oder auch in Dominiks Angebot hätte ich nie so schnell eingewilligt. Ich meine er ist für sein ein wildfremder Mann! Nichts desto trotz hat es mir Spaß gemacht mit ihr die neuen Erfahrungen zu machen. Ihre Spontanität und besonders ihren Mut hat mich äußerst beeindruckend.

Bei Dominik bin ich mir noch nicht sicher, was ich genau von ihm halten soll, da er für mich nicht wirklich greifbar war. Genauso sieht es mit der Verbindung zwischen ihm und Summer aus. Mir hat sich noch nicht ganz erschlossen, welche Gefühle da im Spiel sind. Auf der einen Seite spürt man, dass mehr zwischen ihnen ist, andererseits kam mir das doch noch ein bisschen zu kurz. Mal schauen, ob es mir im 2.Band besser gelingt :) 

So und bevor ich dann mit meiner Rezension abschließen, möchte ich noch ein paar Worte zu den Sexszenen verlieren: Erst einmal, die Sexszenen waren um einiges härter. Man merkt, dass sie von jemandem geschrieben wurde, der sich in dieser Szene auskennt. Das was ich hier gelesen habe, hatte ich mir eigentlich in SoG vorgestellt, schließlich wurde diese Trilogie ja so mit diesem „SM“ gehypt.
Viele Leute haben in ihren Rezensionen geschrieben, dass das Buch einfach nur pervers wäre. Dazu kann ich nur sagen, dass ich mir nicht anmaßen möchte über die BDSM Szene irgendein Urteil zu fällen, da es mir meiner Ansicht nach überhaupt nicht zusteht. Ich finde jeder sollte das tun dürfen, was ihm richtig erscheint. Und wenn die sexuellen Bedürfnisse eben ausgeprägter sind, dann sollte derjenige auch die Möglichkeiten haben diese zu auszuleben. Von mir aus auch mit BDSM Praktiken. Für mich wäre die Szene ganz bestimmt nichts, aber wem es zusagt, kann das von mir aus gerne tun. Pervers ist das in meinen Augen deshalb noch lange nicht. (Wenn man sich beispielsweise an kleinen Kindern vergeht, so was ist für mich pervers, aber das nur so am Rande bemerkt.) 
Außerdem gibt es ja auch den guten alten Klappentext, den man vielleicht lesen sollte, bevor man sich einen Erotikroman zulegt. So weiß jeder Bescheid was ihn erwarten wird und kann entscheiden, ob man sich darauf einlässt oder nicht. 


Wer in „80 Days-Die Farbe der Lust“ zwischen Summer und Dominik auf eine leidenschaftliche Liebesgeschichte wie zwischen Ana und Christian hofft, der wird stark enttäuscht. Wem jedoch Shades of Grey zu emotional und ohne viel BDSM Szenen war, für den könnten 80 Days genau das Richtige sein. Die Grundidee hinter der Geschichte hat mir eigentlich recht gut gefallen und auch der Schreibstil von Vinna Jackson war sehr angenehm zu lesen. Allerdings war mir das Ganze an machen Stelle viel zu lang thematisiert, wodurch sich bei mir alles wenig in die Länge gezogen hat. Trotzdem werde ich die Reihe weiterverfolgen und mir demnächst den 2.Band besorgen.
 





 
Vina Jackson ist ein Pseudonym hinter dem sich zwei etablierte Autoren verbergen, die bei diesem Buch zum ersten Mal zusammenarbeiten. Er ist ein bekannter Lektor, Radiojournalist, Kolumnist, der bereits neun Romane veröffentlicht hat und eine große Sammlung von Erotika besitzt. Sie hat ebenfalls bereits Bücher geschrieben, arbeitet im Finanzsektor und ist eine feste Größe in der Londoner Fetisch-Szene. [Quelle: carl's book.de]



 
 

Hat jedoch nichts mehr mit Summer und Dominik zu tun 

   

Kommentare:

  1. hört sich gut an. Denn ja, diese dumme romantik Schiene bei SoG hat mich generbt und ich hätte es gerne etwas härter gehabt :D
    Ich denke, ich hole es mir demnächst :)

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  2. Oh, Gott sei dank hab ich mir das Buch noch nicht gekauft...
    Nach SoG wollte ich Ja unbedingt ähnliche Bücher lesen....
    Da mir eben eher die Beziehung von Ana und Christian gefallen hat, als die "BDSM" Szenen (aber wie du schon erwähnst, wirklich arg war es im Buch Ja echt nicht, wird zum ende hin für mich Ja eher zum liebesroman), wäre es wohl weniger was für mich...
    Tolle Rezension ;)
    Frohe Ostern, Lole

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    1. Mir geht es genau wie dir. Ich habe nach SoG auch nach ähnlichen Büchern gesucht. 80 Days war da noch nicht ganz das richtige, aber Crossfire soll ja nicht so schlecht sein.

      Dir auch frohe Ostern :)

      Rina

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  3. Schöne Rezi :)
    Ich hab das Buch auch grade gelesen. Ich bin genau deiner Meinung =D
    Mir hat ein bisschen die Liebesgeschichte von Ana und Christian gefehlt. In SoG war sie ein bisschen too much... aber in 80 Days geht sie ein leider etwas unter...

    LG Jenny

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    1. Ja das fand ich auch ein wenig schade :( Aber ich denke, dass Vinna Jackson sich das genauso gedacht hat...

      Lg Rina

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    2. Ja das stimmt :)
      Vllt. werden wir ja in den Folgebänden überrascht ;)

      LG

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