Samstag, 2. Februar 2013

(Rezension) "Die Welt wie wir sie kannten" von Susan Beth Pfeffer

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Miranda führt mit ihren 16 Jahren eigentlich ein ganz normales Leben. Ihre Eltern sind geschieden, sie lebt mit ihren beiden Brüdern Matt und Johnny bei ihrer Mutter in einem Vorort von Pennsylvania ihr Vater hat eine neue Frau geheiratet. Alles in allem ganz normal und nicht besonders interessant. Doch das ändert sich schlagartig als ein Asteroid auf den Mond einschlägt. Schlagartig ist die ausgelassene Stimmung der letzten Tage und die Vorfreude auf dieses Naturschauspiel wie weggeblasen. Stattdessen ist an diese Stelle Furcht und Panik getreten. Kein Wissenschaftler oder Forscher konnte diese Katastrophe vorhersehen: Der Mond wurde aus seiner Umlaufbahn geworfen und ist dadurch der Erde unaufhaltsam näher gekommen. Einzelne Krater sind mit bloßem Auge zu erkennen, weshalb der Mond einfach nur bedrohlich wirkt. Auch die Anziehungskraft hat sich drastisch verstärkt, sodass die Gezeiten verrücktspielen und die Ausmaße des Aufpralls sehr schnell sichtbar machen. Auf der ganzen Welt kommt es zu Tsunamis, Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Wetterumschwüngen, sodass in den ersten Tagen der Katastrophe viele Menschen sterben und einige Teile der Welt komplett vom Meer verschluckt werden. Die gesamte Zivilisation ist bedroht, Lebensmittel werden knapper, Heizöl gibt es bald keins mehr und auch Benzin wird langsam immer teurer… Miranda und ihre Familie wohnen weit im Land und sind so erst einmal vor den Naturkatastrophen verschont geblieben. Doch bald werden auch sie mit dem Unglück konfrontiert…
 
Susan Beth Pfeffer bringt dem Leser einfach und leicht verständlich das Leben der jungen Miranda und ihrer Familie näher. Sie schreibt aus der Ich-Perspektive von Miranda, die in Tagebuchform das Geschehen in ihrer immer kleiner werdenden Welt schildert. Allerdings werden die Weltgeschehnisse nur am Rande erzählt, es herrscht also nicht die ganze Zeit über Untergangsstimmung. (Ich glaube, dass wäre einfach auch zu deprimierend^^)Trotzdem erlebt man Wut, Trauer, Hilflosigkeit aber auch Freude und Hoffnung hautnah mit und kann sich vor allem in Miranda richtig gut hineinversetzen.
Wir begleiten Miranda fast ein ganzes Jahr, durch Frühling, Sommer, Herbst und Winter, das Tagebuch endet mit einem Eintrag vom 20. März.

 
 Ehrlich gesagt kann ich mit diesen ganzen Verschwörungstheorien rund um den „Weltuntergang“ überhaupt nichts anfangen, weil ich an so einen Schwachsinn einfach nicht glaube. Manche Leute steigern sich ja regelrecht in sowas hinein, aber wenn die Welt wirklich mal untergehen sollte, dann sind das die ersten die in Panik ausbrechen und herum jammern. Und auch diese Hollywood-Katastrophenfilme finde ich schlichtweg unrealistisch und total überzogen. Susan Beth Pfeffer schenkt den Naturkatastrophen und den Totenlisten vergleichbar wenig Aufmerksamkeit. So werden Vulkanausbrüche, Tsunamis und Erdbeben angesprochen und Totenlisten gelesen, jedoch nicht tiefer ausgebreitet. Meiner Meinung nach wirklich angenehm!

Eigentlich ist "Die Welt, wie wir sie kannten" kein Roman, sondern Mirandas Tagebuch. Wir steigen im Frühling, am 7. Mai, in Mirandas Tagebuch ein, nur wenige Tage, bevor der Asteroid auf den Mond einschlägt. Die ersten Seiten des konnten mich nicht sonderlich fesseln (vielleicht war das ja die Absicht der Autorin), da sich die ersten Tagebucheinträge um Mirandas Schulleben, ihren Freundeskreis, ihr Schwimmtraining sowie um die Schwärmerei für einen Eiskunstlaufstar drehen. Im Ganzen wird dies auch recht oberflächlich beschrieben. Auch kurz nach dem Einschlag ändert sich daran nicht viel, da die meisten nicht wirklich ernst nehmen, was passiert ist. Stattdessen wird sich über geschlossene McDonalds Filialen aufgeregt oder ganz sorglos mit Energie umgegangen. Da musste man echt mit dem Kopf schütteln. Einzig Mirandas Mutter (für mich wirklich DIE Heldin des Buches) scheint den Ernst der Lage sofort richtig einzuschätzen. Sie schleppt die Familie in den Supermarkt, gibt genaueste Anweisungen und sorgt sich auch bei vollem Lager. Für genaue Rationierung und Sparsamkeit, verzichtet für ihre Familie immer wieder auf das Essen. Ohne die Mutter wären Mirandas Familie nicht so glimpflich davon gekommen.

Miranda als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Sie hat sich während des Buchs verändert, ist mit den Monaten reifer geworden. Zu Beginn des Buchs ist Miranda noch ein normaler Teenager, der sich noch nie Sorgen über Lebensmittel und Energie machen musste. Doch schlagartig ändert sich ihr Leben und was sie und andere anfangs noch nicht so ganz ernst nehmen, wird ihr Leben für immer verändern. Erst nach und nach wird ihr und vielen anderen bewusst, welche Auswirkungen die veränderte Mondumlaufbahn hat und dass es hier ums nackte Überleben geht. Auch ihre Geschwister verändern sich allmählich. So wird beispielsweise aus einem kindlichen Jonny ein verantwortungsbewusster Jon, der immer nachdenklicher wirkt und hart arbeitet anstatt Baseball zu spielen. Und auch Matt, der eigentlich schon erwachsen war, wirkt zum Schluss viel reifer. Besonders schön fand ich auch, dass trotz allem die Liebe innerhalb der Familie im Vordergrund steht. Es verdeutlicht, dass es in lebensbedrohlichen Situationen äußerst wichtig ist, dass man zu seiner Familie hält und man mit der Hilfe und der Liebe seiner Verwandten auch schlimmste Probleme meistern kann.

Susan Beth Pfeffer beschreibt die Situation sehr realistisch und an manchen Stellen geht einem das Buch wirklich nahe. Die Ereignisse werden nie langweilig und steigern sich im Laufe der Geschichte. An sich wird man sehr zum Nachdenken angeregt und macht sich mehr Gedanken über die momentane Situation. Auch die Beschreibung des Verhaltens der Menschen fand ich durchaus vorstellbar - die einen flüchten(nur wohin bei einer weltweiten Katastrophe?), die anderen igeln sich ein und hoffen das Beste... Ich habe mich immer wieder dabei ertappt wie ich darüber nachgedacht habe, was ich tun würde, wenn die Welt untergeht. An wen ich zuerst denken und vor allem wohin ich gehen würde. Und damit noch eine Besonderheit an dem Buch: es ist durchgängig äußerst emotional und authentisch geschrieben. Die Darstellung der Figuren ist ebenfalls gut gelungen. Sie werden detailliert und ausführlich beschrieben, sodass man sich als Leser sehr gut in Mirandas Situation hineinfinden kann. Das Ende fand ich zwar wunderschön, also wie es geschrieben war, allerdings auch für meinen Geschmack nicht ganz zufrieden stellend.

Susan Beth Pfeffer hat ein beängstigend realistisches Buch geschrieben, das mir deutlich gemacht hat, wie gut es mir und anderen doch geht. Welche kleinen Sorgen wir meistens haben, im Vergleich zu Miranda oder zu Menschen in der Dritten Welt, die jetzt schon in solchen Umständen leben müssen. Es ist gibt einem schon zu denken gibt, wie selbstverständlich wir mit Strom, Essen, Wasser umgehen und davon ausgehen, dass das immer so sein wird. Hoffentlich müssen wir nie so schlimme Einschnitte erleben wie die Leute im Buch! Ich kann „Die Welt, wie wir sie kannten“ wirklich nur weiterempfehlen.





Susan Beth Pfeffer wollte schon in der ersten Klasse Schriftstellerin werden und ist sehr glücklich, dass es geklappt hat. "Die Welt, wie wir sie kannten" erscheint als erstes ihrer Bücher auf Deutsch. Susan Beth Pfeffer liebt Eislaufen, Kino und ungesundes Essen. Sie lebt mit ihren beiden Katzen Emily und Alexander in Middletown, New York. [Quelle: buchbotschafter.de]



 

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