Freitag, 25. Januar 2013

(Rezension) "Rockoholic" von C.J. Skuse

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Es ist der wichtigste Tag in Jodys Leben: Sie geht auf ein Konzert ihrer absoluten Lieblingsrockband „The Regulators“. Als allergrößter Fan, dessen Traum es ist, Seite an Seite mit Jackson Gatlin zum Traualter zu schreiten, ein Muss. Bereits Stunden vor Konzertbeginn ist sie vor Ort und wartet vor dem Eingang, um ganz vorne stehen und so von Jackson wahrgenommen werden zu können. Aber dann kommt es doch ganz anders. Während des Konzerts verliert sie in der Fanmenge ihren Mondstein, den sie von ihrem kürzlich verstorbenen Opa geschenkt bekommen hat. Natürlich sucht sie sofort nach ihm, findet ihn – jedoch außerhalb ihrer Reichweite. Das schreckt Jody doch nicht ab… Das nächste woran sie sich erinnert ist, dass sie sich im Backstagebereich auf einem der Krankenbetten wiederfindet, wo sie den größten Teil des Konzerts verbracht hat. Schlimmer kann es echt nicht werden- dachte Jody jedenfalls. Denn was dann passiert, hätte sie sich nie erträumt. Ohne lange zu zögern marschiert sie noch vor dem endgültigen Konzertende zu Macs (ihrem besten Freund) Wagen. Im Schlepptau ein völlig zu gedröhnter Rockstar, der Jodys zuvor angebotenen Schokoriegel für ein Messer hielt. Kurzerhand landet dieser ahnungslose Rockstar in Jodys Garage. Allerdings fangen damit die Probleme erst an. Wie kann man jemanden unbemerkt, in einer Kleinstadt im Nirgendwo, gefangen halten, wo doch die ganze Welt sich auf die Suche nach dem Verschwundenen macht.


C.J. Skuse hat einen sehr bildhaften Schreibstil, der es einem leicht macht, sich Figuren und Orte vorzustellen. Außerdem ist er recht flüssig und uns Jugendliche angepasst, sodass die Kapitel nur so dahin fliegen. Ich musste mich förmlich bremsen, um zwischenzeitlich kleinere Pausen einzulegen. Rockoholic wird aus der Sicht von Jody, der Hauptperson erzählt. Somit erlebt man alles aus ihrem Blick und kann sich gut in ihr Innenleben, aber auch in das der anderen hineinversetzen.



Das Buch ist auf keinen Fall die leichte Unterhaltung, die ich nach dem Klappentext und der Leseprobe erwartet hatte. Im Gegenteil diese Geschichte verbirgt sehr viel Tiefgang, da sich die Charaktere mit ernst zunehmenden Themen wie z.B. Drogen oder den Schattenseiten des s Rockstardaseins auseinander setzen müssen. Dieses Buch hat mir doch das eine oder andere Mal zu denken gegeben und mich an der ein oder andere Stelle auch schlucken lassen.

Doch erst einmal etwas zu Jody. Jody ist mit ihren 16 Jahren ein typischer Teenager-vielleicht auch eine Spur extremer. Sie stellt immer wieder Dummheiten an, aus denen Mac sie herausholen muss und die ihre Mutter glauben lassen, dass ihre Tochter Drogen nimmt. Ich glaube ich muss nicht sagen, dass die beiden kein gutes Verhältnis zueinander haben. Der einzige in der Familie, der Jody 100% verstanden und ihre Leidenschaft für Rockmusik geteilt hat, war ihr Opa, der kürzlich verstorben ist. Jetzt hat sie nur noch ihren besten, vermutlich schwulen Freund Mac(Kenzie) und ihre heißgeliebte „The Regulators“. Jody verehrt diese Band und vor allem den Leadsänger abgöttisch. Ihre Fanliebe (wortwörtlich) ist schon fast übertrieben. Sie würde alles für ihre Stars tun-egal ob tagelang hungern, tausende Bandartitkel ersteigern etc. Dass auf der Bühne eigentlich auch nur ganz normale Menschen stehen, die nicht weniger Probleme haben wie unsereins, sieht sie gar nicht. Naja aber solche Fangirlies gibt es ja auch in Realität – was ich allerdings noch nie nachvollziehen konnte. Aber im Laufe des Buches lernt sie einiges dazu und wird dadurch ein Stück weit erwachsener.

Mac, Jody’s bester Freund, war mir dagegen von Anfang an super sympathisch. Ihn und seine Schwester Cree habe ich direkt in mein Herz geschlossen. Er ist ein ruhiger, ausgeglichener Charakter und gewissermaßen Jody’s Fels in der Brandung. Er hilft ihr aus allen Situationen hinaus, egal wie verfahren diese ist (das heißt jedoch nicht, dass er alles gut heißt, was Jody tut). Zu Jackson möchte ich jetzt mal nichts schreiben, da ich sonst zu viel von der Geschichte verraten würde. Ich sagen nur noch, dass alle Charaktere liebevoll bis in das letzte Detail gestaltet wurden.

Vom Inhaltlichen her, behandelt das Buch die Welt backstage bzw. hinter den Kulissen, von der wir alle kaum etwas wissen. Das Showbusiness erscheint uns Außenstehende immer soooo toll und man wünscht sich selbst ein Teil davon zu sein, doch diese Welt lebt hauptsächlich von Illusionen. Meistens ist das, was man sieht nur gespielt. Denn wenn du erst einmal mitten drin steckst, kommst du nicht mehr raus. Genau das lernt Jody kennen, je mehr Zeit sie mit Jackson verbringt und mehr über die Person hinter der Fassade erfährt. Jackson hat das Star-Sein einfach nur satt hat. Durch dieses offene Statement verschwindet nach und nach Jody’s Anbetung gegenüber Jackson. Sie begreift allmählich, dass Stars auch nur Menschen sind, die in Ruhe leben wollen und Privatsphäre brauche.


Ich habe das Buch sehr schnell gelesen gehabt, da ich es nie so richtig aus den Händen legen wollte. Die Story ist zwar wirklich gut, doch auch recht unrealistisch. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein 16jähriges Mädchen einen gefragten Rockstar so einfach entführen und ihn dann auch noch längere Zeit in ihrer Garage verstecken kann, ohne das es jemand bemerkt, ist schon sehr weit hergeholt. Aber, was soll´s? Im Gesamten gesehen ist Rockoholic ein richtig guter Jugendroman, der zeigt, dass die Vorbilder von uns Teenagern nicht immer das sind, was sie zu sein scheinen. Mich jedenfalls hat die Geschichte sehr nachdenklich gestimmt. Ich kann jetzt z.B. gut nachvollziehen, warum Stars manchmal ausrasten, wenn sie von Paparazzis verfolgt werden. Die Grundidee mit der Entführung mag etwas realitätsfern sein, doch die Umsetzung ist dennoch gelungen. Ich habe definitiv ein neues Lieblingsbuch entdeckt;)




 
C.J. Skuse wurde 1980 im englischen Badeort Weston-super-Mare geboren und lebt heute in Burnham-on-Sea. Sie liebt Sitcoms aus den 80er Jahren, Gummibärchen und die Band "My Chemical Romance". An der Bath Spa University studierte sie Kreatives Schreiben und erhielt eine Auszeichnung für ihre Masterarbeit im Fach "Writing for Young People". Zurzeit beschäftigt sie sich für ihr drittes Jugendbuch mit Eidechsen, Leichenhallen und 80er-Jahre-Elektropop. [Quelle: buchbotschafter.de]

1 Kommentar:

  1. Huhu ,
    Eine schöne Rezension. Habe das Buch auch gestern beendet und bin ganz deiner Meinung , mir hat es sogar noch besser gefallen :) Schöne Rezi !Bin gleich 3x deine Leserin geworden und würde mich freuen wenn du mal bei mir vorbei schauen würdest ... Dort läuft auch grade ein Gewinnspiel.

    LG Jenny

    http://jemasija8.blogspot.de/

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- Sarina